3D-Drucker für Lebensmittel kommen auf den Markt

Eine Vision, die mit der Entwicklung von In-vitro-Fleisch einhergeht, ist der 3D-Druck von Lebensmitteln. 3D-Drucker werden heute bereits vielfältig eingesetzt – etwa in der Automobil-Industrie, um Prototypen oder auch Bauteile zu produzieren, mittlerweile aber auch in privaten Haushalten, für die Herstellung von Spielzeug oder ähnlichen Kleinteilen. Die Vorstellung, In-vitro-Fleisch mit Hilfe eines 3D-Druckers in die Form etwa eines Steaks zu bringen, das auch in seiner Textur einem herkömmlichen Stück Fleisch entspricht, wird allerdings noch eine Vision bleiben.

Start-ups vermarkten erste 3D-Drucker für Lebensmittel

Dennoch befindet sich der 3D-Druck von Lebensmitteln auf dem Vormarsch. Mehrere Unternehmen entwickeln derzeit 3D-Foodprinter, mit deren Hilfe es möglich ist, Lebensmittel mit der Konsistenz von Brei oder einer Paste in jede gewünschte Form zu bringen. Die Textur bleibt auch nach der Verarbeitung gleich, es sei denn, die Druckware wird anschließend gebacken oder gebraten.

Die Entwicklung solcher Maschinen ist in den letzten Jahren rasant vorangeschritten und die ersten Produkte erscheinen nun auf dem Markt. Derzeit bietet etwa Natural Machines in ihrem Newsletter den sogenannten Foodini an. Vor zwei Jahren hieß es zwar noch, er solle schon 2015 erhältlich sein, allerdings hat sich die Vermarktung noch etwas verzögert. Nach einer sehr kleine Auflage – gewissermaßen als Testlauf – bietet das Unternehmen den Foodini nun in einer größeren, aber dennoch limitierten Auflage an. Der 2015 ausgewiesene Preis von 1000–2000 US-Dollar hat sich noch einmal verdoppelt und liegt nun bei 4000 US-Dollar.

Astronauten-Nahrung oder gesundes Fast-Food?

BeeHex Inc. ist ein weiteres Unternehmen, das mit seinem Produkt bereits auf dem Markt ist. Das von der NASA unterstütze Projekt hat seinen 3D-Drucker Beehex speziell dafür entwickelt, Pizza zu drucken. So sollen Astronauten zukünftig heimisches Essen verzehren können, um ein Gefühl der Geborgenheit verspüren zu dürfen. Doch bevor dieses Vorhaben umgesetzt wird, findet der Beehex auf der Erde Verwendung. Kürzlich hat eine New Yorker Pizzeria-Kette schon damit begonnen, Pizzen aus dem 3D-Drucker anzubieten. Laut den Entwicklern des Beehex könnte ihr Produkt aber nicht nur ein kulinarisches Highlight bieten, sondern sogar den Welthunger beenden, da Nährstoffe in für den 3D-Drucker komprimierter Form für eine ausgewogenen Ernährung sorgen und massenhaft verarbeitet werden könnten.

Bevor dies allerdings möglich sein wird, erhält die teure Innovation wohl eher in westlichen Haushalten Einzug. Lynette Kucsma, die Mitgründerin von Natural Machines, spricht im Interview davon, dass ihr Foodini in den Küchen eine ähnliche Revolution hervorrufen könnte, wie es in den 70er Jahren die Mikrowelle getan hat. Neben einer schnellen Zubereitung sieht sie die Vorteile des 3D-Foodprinters vor allem in der Möglichkeit, besonders gesunde Nahrung herzustellen und konsumieren zu können.

Alltag der Zukunft

Tatsächlich könnte der 3D-Druck von Lebensmitteln unser alltägliches Leben verändern, wie Columbia Engineering im Video andeutet. Der noch in der Entwicklung stehende Sanna wird speziell für den Alltag entwickelt und soll den perfekten Mix von Nährstoffen ermöglichen. Allerdings geht damit bisher auch eine gelartige Textur der Lebensmittel einher, an die sich die Konsumenten laut Hod Lipson, dem leitenden Entwickler des Sanna, noch zu gewöhnen hätten. Er betont aber auch, dass 3D-Drucker herkömmliche Lebensmittel zukünftig nicht vollständig ablösen könnten, da bestimmte Nährstoffe darin nicht zu verarbeiten seien.

Ob und wann auch der 3D-Druck von In-vitro-Fleisch möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Allerdings deutet die momentane Vermarktung der 3D-Drucker für Lebensmittel an, dass dies nur eine Frage der Zeit sein könnte, sobald In-vitro-Fleisch ähnlich groß vermarktet werden sollte.

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