China will Fleischkonsum um 50% reduzieren

Die Volksrepublik China erlebte in den letzten drei Jahrzehnten einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und entwickelte sich zu einer treibenden globalen Kraft. Der damit einhergehende Wohlstand hat auch zu einem höheren Fleischkonsum geführt. 1982 wurden in China pro Kopf und Jahr noch 13kg Fleisch verzehrt – heute sind es 63kg und die Tendenz ist steigend. Bis 2030 könnte dieser Wert auf über 90kg ansteigen.

Medienkampagne soll Ernährung verändern

Die chinesische Regierung versucht nun, diese Entwicklung mithilfe von Ernährungsrichtlinien zu stoppen. Mit einer großen Medienkampagne soll der chinesischen Bevölkerung die Botschaft übermittelt werden, weniger Fleisch zu essen. Als Werbepartner konnten dafür unter anderem Größen der Unterhaltungsindustrie wie Schauspieler Arnold Schwarzenegger oder Regisseur James Cameron gewonnen werden. Animierte Webvideos sollen außerdem für die Idee werben.

Ziel der Kampagne sei es, den Fleischkonsum in China um 50%, auf etwa 14-27kg pro Kopf und Jahr zu reduzieren. So soll ein aktiver Beitrag zum weltweiten Klimaschutz geleistet werden. Die Treibhausgasemissionen könnten um 1,5% gesenkt werden. Obwohl China bezüglich des jährlichen Fleischkonsums pro Kopf weit hinter anderen Staaten liegt, ist der weltweite Anteil am Verzehr von Fleisch aufgrund der großen Bevölkerungszahl von über 1,3 Milliarden Menschen sehr hoch. 28% des weltweit produzierten Fleisches werden in China konsumiert, ein Umdenken ist also angebracht.

Kritik – Fokus auf Suche nach effektiven Lösungen geht verloren

Obwohl die Aktion zunächst einleuchtend und unterstützenswert erscheint, gibt es Zweifel an ihrer Umsetzbarkeit. Ein ähnliches Vorhaben verfolgte die chinesische Regierung schon 2007. Auch damals wurde über Ernährungspläne empfohlen, den täglichen Fleischkonsum zu reduzieren. Stattdessen stieg der Fleischkonsum in der chinesischen Bevölkerung in den letzten zehn Jahren aber weiter an. Laut Sentience Politics – einem Think-Tank, der sich gegen Speziezismus einsetzt – reicht eine solche Werbekampagne nicht aus, um den Fleischkonsum einer ganzen Gesellschaft zu verändern:

It’s important that we remain focused on finding effective solutions to reducing suffering – and that includes not being distracted by misleading accounts of apparently good news.

Das jetzt ausgegebene Ziel, den Fleischkonsum um 50% zu senken, unterscheidet sich eigentlich nicht von dem Vorhaben vor knapp zehn Jahren. Fraglich ist, warum es heute erfolgreicher sein soll, als damals.

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