G20: Einsatz gegen tödliche Erreger aus der Tierhaltung

Erstmals stand es auch auf der Agenda des G20-Gipfels: Die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen. Denn der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin und der Tierhaltung entwickelt sich zunehmend zum Problem für Mediziner.

Es sind erschreckende Zahlen: Weltweit sterben täglich fast 2000 Menschen, weil Antibiotika wirkungslos geworden sind, Tendenz steigend. Denn immer mehr Keime entwickeln neue Resistenzen. Das Problem liegt auch in der Massentierhaltung. Nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren wird neben gebräuchlichen Antibiotika auch auf Reserveantibiotika zurückgegriffen – Mittel, die eigentlich für den Notfall gedacht sind. Antibiotika helfen gegen Infektionen, indem sie Bakterien abtöten. Werden die Medikamente jedoch zu oft eingesetzt, bilden die Bakterien gegen sie Resistenzen aus. Die sogenannten Multiresistenten Erreger (ME) sind zwar nicht aggressiver als gewöhnliche Erreger, jedoch sind sie gefährlich, weil die Antibiotika gegen sie nicht mehr wirken. Dies könnte dazu führen, dass manche Krankheiten nicht mehr behandelt werden können.

Bei den dicht gedrängten Tieren in der Massentierhaltung werden Antibiotika oft zur Prävention von Krankheiten eingesetzt, um eine massenhafte Ausbreitung zu verhindern. Doch gerade hier verbreiten sich die antibiotikaresistenten Erreger besonders schnell über Fleisch, Milch oder Gülle in die Umwelt und zu den Menschen. Heute.de berichtete, dass Mastschweine in ihrem etwa 120 Tage langen Leben im Durchschnitt 5,9 Mal Antibiotika bekommen. Zwar ist der Verbrauch herkömmlicher Antibiotika in der Tierhaltung in den letzten Jahren merklich zurückgegangen, jedoch stieg der Einsatz der Reservemittel.

Auf dem G20-Gipfel war die Bekämpfung der Antibiotika-Resistenzen daher ein großes Thema. In der Abschlusserklärung der G20 wurde angekündigt, bis Ende 2018 einen Aktionsplan aufzustellen, um den Einsatz der Antibiotika einzudämmen. Möglichst weltweit sollen die Mittel bald verschreibungspflichtig werden. Zudem wollen die Staaten einen globalen Fonds einrichten, der die Pharmaindustrie dazu bewegt, an neuen Antibiotika zu forschen. Auch universitäre Forschungseinrichtungen sollen finanziell unterstützt werden.

 

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