In-vitro-Fleisch als ethischer Fortschritt? Vortrag vom 12. Mai 2016 online!

Am 12. Mai 2015 hielt Dr. Arianna Ferrari einen Vortrag zum Thema „In-vitro-Fleisch als ethischer Fortschritt?“ im Rahmen der „Tierethik-Akademie“ der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Tierethik (IAT) in Heidelberg.

In-vitro-Fleisch hat die Ambition, Mensch, Tier und Natur zu retten. Wenn man aber genau hinguckt, können sich daraus unterschiedliche Szenarien entwickeln, vor allem in Bezug auf die Mensch-Tier-Beziehung. Geht man von der anthropozentrischen Vision der Nachhaltigkeit aus, die die Interessen des Menschen (und künftiger menschlicher Generationen) in den Mittelpunkt stellt, so bietet In-vitro-Fleisch eine effizientere Alternative, Fleisch zu produzieren und zu konsumieren, zumindest im Vergleich mit Rindfleisch. Die Innovatoren glauben deshalb, dass In-vitro-Fleisch ein Mittel für einen nachhaltigen Konsum und somit für die Bekämpfung des Welthungers sein kann, weil sie eine ressourcenschonende Innovation ist. Geht man von der Idee aus, dass Technik eine progressive Rolle spielen kann, wird die Menschheit der Zukunft, die In-vitro-Fleisch konsumiert, zurückblicken und „die Zeit der (industriellen) Tierhaltung und Tiertötung als Barbarei empfinden“ so Gabor Forgacs (Modern Meadow). Jedoch kann niemand die Rolle der Verflechtung zwischen ethischer Innovationen und sozialen Werten „vorhersehen“, aber die Analyse der Visionen trägt dazu bei, Klarheit zu schaffen. Unser Projekt möchte dazu einen Beitrag leisten.