Pflanzliche Meeresfrüchte: Shrimps aus Algen

Nicht nur für Fleisch wird an einer alternativen Herstellung geforscht, sondern auch für Fisch. Vor allem Shrimps gehören mit zu den meist konsumierten und beliebtesten Meeresfrüchten und die Nachfrage in Europa, Amerika und Ostasien steigt stetig an. Die Herstellung der kleinen Krebstiere findet überwiegend in Asien in Garnelenaufzuchten statt. Laut Greenpeace besitzen die meisten dieser Aufzuchten keine geschlossenen Wasserkreisläufe, wodurch Chemikalien und Nährstoffe, welche für die Shrimpaufzucht verwendet werden, ungefiltert in die Natur gelangen. Dies hat schwerwiegende ökologische Folgen wie unter anderem die Zerstörung von Mangrovenwäldern. Doch auch die Arbeitsbedingungen der Shrimpproduktion sind verheerend. Die Associated Press berichtet in ihrem Artikel „Enslaved in Shrimp Sheds“ über sklavenähnliche Zustände, Hungerlöhne und Kinderarbeit und über Menschen, die täglich in Eiswasser Shrimps schälen, um den Bedarf an Shrimps in Restaurants und Supermärkten decken zu können.

Die zwei Amerikanerinnen Dominique Barnes und Michelle Wolf haben es sich zur Aufgabe gemacht, eine Alternative zu konventionellem Shrimp anzubieten. Im Jahr 2015 gründeten sie das Start-up-Unternehmen New Wave Foods, welches seinen Sitz in San Francisco hat. Mit neuester Technologie entwickelten die zwei Frauen rein pflanzliche Shrimps, hauptsächlich aus roten Algen und weiteren pflanzlichen Proteinen. Rote Algen sind die Nahrungsquelle von Shrimps und unter anderem für den Geschmack und die Farbe der Tiere verantwortlich. Die pflanzliche Alternative ähnelt konventionellen Shrimps auch in der Konsistenz: Sie sollen knackig, saftig und elastisch sein. Als weitere Vorteile pflanzlicher Shrimps wird aufgeführt, dass sie nicht geschält werden müssen, dass sie weniger Fett, Cholesterin- und mehr Proteinanteil enthalten, nachhaltig produziert werden und sogar für Allergiker und koscher-essende Menschen geeignet sind.

Diese neue Art von Shrimps wird bereits an die Mensen von Colleges und Universitäten sowie an Restaurants, Imbisswagen und Caterings in den USA geliefert. 2018 sollen sie außerdem im Einzelhandel und später auch weltweit vermarktet werden. Doch Shrimps sind erst der Anfang. Fisch-Filets, Tunfisch, Lachs, Hummer stehen auf dem Plan des Jungunternehmens, um – so das Ziel von New Wave Foods – einen nachhaltigeren Fischkonsum zu ermöglichen.