Sentience Politics – Positionspapier zu kultiviertem Fleisch

Der antispeziesistische Think-Tank Sentience Politics hat ein Positionspapier zu kultiviertem Fleisch veröffentlicht. Die Gruppe ist Teil der Stiftung für Effektiven Altruismus (EAS), die versucht, Ethik und Wissenschaft in Form verschiedener Projekte zu vereinen. Sentience Politics befasst sich mit Forschung, die eine Gesellschaft ermöglichen könnte, in der alle empfindungsfähigen Wesen berücksichtigt werden – Artzugehörigkeit oder auch Spezies sollen dabei keine Rolle spielen. Neben politischen Initiativen veröffentlicht das interdisziplinäre Team dazu regelmäßig Positionspapiere, in denen ein Thema wissenschaftlich erörtert und die entsprechende Auffassung von Sentience Politics dargelegt wird.

Zuletzt legte die Gruppe das Papier „Kultiviertes Fleisch. Eine ethische Alternative zu industrieller Tierhaltung“ vor. Im Ansatz von In-vitro-Fleisch sehen sie „das Potential, alle Kriterien einer humanen, nachhaltigen und gesunden Form der Fleischproduktion zu erfüllen“. Eine Förderung sei demnach sinnvoll, vor allem weil sie wirtschaftliche Faktoren als größtes Hindernis für die Entwicklung der neuartigen Technologie ausmachen.

Das Paper legt neben einer Analyse der Auswirkungen der aktuellen landwirtschaftlichen Fleischproduktion einen Vergleich zwischen kultiviertem und herkömmlichem Fleisch bezüglich verschiedener Bereiche vor. Abschließend wirft es einen Blick auf Herausforderungen bei der weiteren Entwicklung von kultiviertem Fleisch. Außerdem hält es die Auffassung von Sentience Politics gegenüber In-vitro-Fleisch fest:

Angesichts der potentiell enorm großen Vorteile für das Wohlergehen von Tieren und Menschen sind wir davon überzeugt, dass es eine sinnvolle Investition ist, die Produktion von kultiviertem Fleisch zu beschleunigen.

Dazu müsse (1) das wissenschaftliche Interesse an zellulärer Landwirtschaft finanziert und gefördert werden, (2) ein öffentliches Bewusstsein über die Vorteile von kultiviertem Fleisch geschaffen und zuletzt (3) die Entwicklung von kultiviertem Fleisch durch politische Veränderungen erleichtert werden.

VIF überprüft derzeit, inwieweit in Deutschland bereits ein öffentliches Bewusstsein über die Vor- und Nachteile von In-vitro-Fleisch besteht, und leistet damit einen Beitrag zur zweiten Bestrebung von Sentience Politics.